Rätsel der Geschlechtlichkeit

Aktuelle psychoanalytische Ansätze zu Geschlecht und Sexualität

Seminar Teil I (Wintersemester 2017/2018)

06.10.2017, 20.10.2017, 19.01.2018, jeweils von 16.00 bis 19.30 Uhr

ReferentInnen: Dr.in Esther Hutfless, Dr.in Hemma Rösser-Schülein, 

Ort: Wiener Psychoanalytische Akademie, Salzgries 16/3, 1010 Wien
Seminargebühr: € 120.-
Anmeldung bis 15.09.2017: Anmeldeformular

Das Seminar möchte einen Überblick über aktuelle Debatten und Positionen zu Geschlecht und Sexualität innerhalb der Psychoanalyse geben. Schulen übergreifend wird folgenden Fragen nachgegangen: Wie wird Geschlecht und Sexualität in aktuellen Debatten innerhalb der Psychoanalyse gedacht? Wie werden die Annahme des Geschlechts, die Objektwahl bzw. die Konstitution des Begehrens gedacht? Wie werden die Fragen von Norm und Abweichung diskutiert?
Darüber hinaus möchte das Seminar auch einen Einblick in kritische Auseinandersetzungen mit und produktive Bezugnahmen auf psychoanalytische Geschlechtertheorien aus der Perspektive der Gender Studies geben.
Seit ihrer Begründung durch Sigmund Freud ist die psychoanalytische Theorie in Bezug auf Geschlecht und Sexualität hinterfragt worden. Kritik gab und gibt es von innerhalb wie von außerhalb der Psychoanalyse. Zunächst wurde die Auffassung von Weiblichkeit diskutiert. Der Psychoanalyse wurde oft vorgeworfen, hier eine undifferenzierte und patriarchale Sichtweise einzunehmen und stereotype Vorstellungen fortzuschreiben. In den letzten Jahren und Jahrzehnten ist die Psychoanalyse vermehrt mit Kritik, aber auch mit produktiven Bezugnahmen von Seiten der Gender Studies und der Queer Theory konfrontiert. Während psychoanalytischen Theorien in den Gender Studies und der Queer Theory sehr vielfältig rezipiert werden, bleibt auf der Seite der Psychoanalyse oft unklar, inwiefern diese Diskurse auch die psychoanalytische Theoriebildung beeinflussen. Zugleich fordern  medizinische, gesellschaftliche und juristische Weiterentwicklungen, aber auch die Zulassung von homosexuellen Kandidat*innen zur psychoanalytischen Ausbildung, dazu heraus,  psychoanalytische Positionen zu Geschlecht und Sexualität weiterzuentwickeln.

Die Themen werden anhand der Textlektüre (Dana Birksted- Breen, Peter Fonagy, Donald Moss,Vitorrio Lingnardi, Thomas Stark etc), aber auch ausgehend von inhaltlichen Inputs diskutiert. Die Literatur erhalten Sie nach der Anmeldung.

Informationen erhalten Sie auch unter roessler-schuelein@wpv.at.

Weitere Termine folgen im SoSe 2018