Freud vertiefen

„Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ (Freud, 1939a)

Ein Seminar zur Erkundung von Sigmund Freuds Schriften

In diesem Seminar wollen wir uns mit Freuds letztem großem Werk auseinandersetzen: „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ wurde 1939 im englischen Exil fertiggestellt und bündelt viele zentrale Themen der Psychoanalyse, aber auch zentrale Themen und Interessen im Leben Freuds. In einem weit ausgreifenden Gestus holt Freud verschiedene Konzepte aus den frühen wie den späteren Entwicklungsstadien der Psychoanalyse heran, um sie zur Diskussion des Gewordenseins des jüdischen Volkes noch einmal neu zu verknüpfen. Auf dem Boden einer Rekonstruktion, die sich historisch als unhaltbar erwiesen hat, changiert der Text zwischen verschiedenen Ebenen von Realität und erhellt dabei so grundlegende gesellschaftliche Phänomene wie Religion, Tradition, Gesetz und nicht zuletzt Antisemitismus. Damit gehört diese Schrift zum Spannendsten und Aktuellsten, das Freud je geschrieben hat.

Auf der Grundlage einer detaillierten Lektüre des Werkes, für die wir uns ausreichend Zeit nehmen werden, wollen wir anhand ausgewählter Sekundärliteratur folgende Themenfelder vertiefen: Gesetz; Religion; kulturelles Gedächtnis; Geschichte des jüdischen Volkes; Antisemitismus. Präsentationen der TeilnehmerInnen zu einem dieser Themenfelder sind möglich und erwünscht, jedoch nicht verpflichtend.
Eine rudimentäre Kenntnis von Freuds Schriften bzw. psychoanalytischen Konzepten ist Voraussetzung, um von diesem Seminar angemessen profitieren zu können.

Abendtermine: jeweils 2 AE, an 6 Donnerstagen von 20.15 bis 21.45 Uhr
22. Feb., 1. Mär., 15. Mär., 22. Mär., 5. Apr., 17. Mai 2018

Blocktermine: jeweils 4 AE an 2 Samstagen von 9.00 bis 12.15 Uhr
14. Apr., 28. Apr. 2018

Leitung: Sabine Schlüter
Ort: Wiener Psychoanalytische Akademie, Salzgries 16/5A, 1010 Wien
Teilnahmegebührr: € 260.-
Anmeldung bis 01.02.2018: Anmeldeformular

Anerkennung: Um Anrechenbarkeit als Wahlseminar wurde angesucht.