Psychoanalytische Sozialarbeit

Weiterbildungslehrgang 2018

Termine: 10 Module von Jänner bis Dezember 2018, insgesamt 182 Arbeitseinheiten à 45 Minuten

Ort: Wiener psychoanalytische Akademie, 1010 Wien, Salzgries 16/3

Preis: € 3900.- Zahlung in 2 Teilbeträgen möglich.

 

In allen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit zeigt sich eine Zunahme so genannter „komplexer Problemlagen“ und von KlientInnen, die aus dem Rahmen fallen. Reflektiert wird diese Entwicklung in einem steigenden Bedürfnis nach psychoanalytischen Zugängen in Supervisionen und in der Reflexion professionellen Handelns. Sei es in der Begleitung von traumatisierten oder alten und pflegbedürftigen oder sehr jungen oder sehr abhängigen oder psychisch kranken Menschen, sei es in Gruppen, Stadtteilen oder Gemeinwesen: der Mangel an Ressourcen und gesellschaftliche Exklusion verlangen den professionell Handelnden umfangreiche Handlungs- und Reflexionsmöglichkeiten ab.

 

Psychoanalytische Sozialarbeit ist weder eine Methode noch ein Ansatz, weder eine Schule noch ein Instrumentarium, und doch zugleich alles davon:
- Als Methode ermöglicht sie einen Zugang zu unbewussten Prozessen in Individuen und
  Organisationen, die in anderen Methoden oftmals gar nicht vorkommen, wenn nicht
  verleugnet werden;
- als Ansatz vermittelt sie eine eigene Sichtweise auf individuelle, familiäre und Gruppen-
  Systeme, die das professionelle Handeln nicht außen vor lässt, sondern im Gegenteil
  immer als involviert versteht, und wird deswegen zurecht als kritische Herausforderung
  verstanden;
- als Schule verfügt sie über eine, mit August Aichhorn und Siegfried Bernfeld nach dem
  ersten Weltkrieg in Wien beginnende und in der englischen und us-amerikanischen
  Emigration fortgesetzte, erprobte Forschungspraxis, die ihre Erkenntnisse aus der
  Bearbeitung der Übertragung zu nutzen weiß;
- als Instrumentarium bietet sie eine kritisch-reflexive Praxis an, die sich nicht mit
  Lösungs- und Ressourcenorientierung zufriedengibt, und stattdessen Antworten aus
  der sozialen Dynamik erarbeitet, die Zeit brauchen und einfordern, und die gerade    

  damit dazu beitragen kann, professionelles ‚Ausbrennen’ zu verhindern.


Zielgruppe
Zur Teilnahme am Lehrgang sind alle eingeladen, die ein (FH-)Studium bzw. grundständige Ausbildungen (DSA, Dipl. SP) absolviert haben und/oder in Feldern der Sozialen Arbeit hauptberuflich tätig sind sowie entweder über eine psychoanalytische Selbsterfahrung verfügen oder bereit sind, während des Lehrgangs, eine solche zu beginnen. Für die Teilnahme ist ein Vorgespräch erforderlich, in dem auch diesbezügliche Fragen geklärt werden können.

Konzept

Der Rahmen des Lehrgangs umfasst zehn Blöcke in einem Studienjahr (Januar bis Dezember 2018). Der erste Block umfasst vier Tage (Donnerstag bis Sonntag), die anderen drei Tage (Block 2 – 9: Freitag bis Sonntag, Block 10: Donnerstag bis Samstag). Schwerpunkt sind zum einen die Supervisionsgruppen am Freitag und die Forschungsgruppen am Samstag bzw. Sonntag. Die Supervisionsgruppen sind unabhängig, jedeR TeilnehmerIn sollte jedoch im Verlauf zwei Fälle vorstellen. Die Forschungsgruppen werden zu Anfang gebildet und arbeiten zu der übergeordneten gemeinsamen Forschungsfrage, die zugleich für individuelle Forschungsfragen offen ist. Je nach Anzahl der Teilnehmenden sind drei Supervisionsgruppen und drei Forschungsgruppen geplant. Forschungs- und Supervisionsgruppen sind nicht ident.

Jeder Block hat einen Schwerpunkt, der von für diesen Schwerpunkt besonders qualifizierten Lehrenden unterrichtet wird. Der Lehrgangsleiter ist ebenfalls anwesend, um die Lehrenden zu unterstützen und die Erarbeitung der Inhalte in unterschiedlichen Formen zu ermöglichen. Zugleich wahrt er gemeinsam mit den SupervisorInnen und ForschungsgruppenleiterInnen die Erfahrung der Kontinuität des Lehrgangs. Die Forschungsfragen werden parallel zu den Blöcken erarbeitet. Am Ende steht die Vorbereitung einer gemeinsamen fach-öffentlichen Veranstaltung zur Präsentation der Forschungsprojekte.

Anforderungen an Teilnehmende
- Regelmäßige Teilnahme
- Präsentation von zwei Protokollen in den Supervisionsgruppen
- Entwicklung und Präsentation eines eigenen bzw. gemeinsamen Forschungsprojekts

Information und Koordination
Tjark Kunstreich, MA
tjark.kunstreich@wpv.at
Tel. +43 (0)1 946 20 65

Termine: Jänner 2018 – Dezember 2018, insgesamt 182 Arbeitseinheiten à 45 Minuten

Kosten: € 3900.- Zahlung in 2 Teilbeträgen möglich.

                            1. Rate: € 2.000,- bei der Anmeldung,
                            2. Rate: € 1.900,- bis 15. Juni 2018
Anmeldung (nach einem Informationsgespräch mit Tjark Kunstreich): Anmeldeformular
Anmeldefrist: 31.12.2017

 

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