Psychoanalytisch orientierte Einzelsupervision 2017

Fortbildung ür PsychotherapeutInnen eines tiefenpsychologischen Fachspezifikums, die sich in Einzelsupervision qualifizieren wollen.

Termine: 8 Module jeweils von 16.00 bis 22.15 Uhr (6 AE)
                31. März, 28. April, 12. Mai, 16. Juni, 22. September,
                20. Oktober, 10. November, 1. Dezember 2017
Teilnehmerzahl: 8
Anrechenbar:  als Fortbildung gem. PthG.
Kosten: € 1.440,-
Anmeldefrist: 15.02.2017
Anmeldung: Anmeldeformular

Jedes Modul dient der Qualifizierung in  Einzelsupervision und behandelt jeweils ein Schwerpunktthema zur Anwendung der psychoanalytischen Methode in psychodynamischen Psychotherapien.

1. Indikation: Freitag, 31.3.17
2. Setting: Freitag, 28.4.17
3. Übertragung-Gegenübertragung: Freitag, 12.5.17
4. Übertragung-Gegenübertragung: Freitag, 16.6.17
5. Interventionsoptionen, speziell Deutung: Freitag, 22.9.17
6. Interventionsformen jenseits des Deutens: Freitag, 20.10.17
7. Der Einfluss externer Faktoren auf die Supervision: Freitag, 10.11.17
8. Spezielle Themen und Evaluierung: Freitag, 1.12.17

Ein Kurzreferat der Referentin/des Referenten wird die Diskussion einleiten.
Dabei geht es um wesentliche Elemente, die die Haltung eines psychoanalytisch orientierten Supervisionsprozesses beschreiben.Im Anschluss daran sollen an Hand eines Verbatim-Protokolls die Supervisionssitzungen von zwei TeilnehmerInnen besprochen werden. Von Anfang an sollen die Tuckett Frames zur Evaluierung des jeweiligen Supervisionsprozesses herangezogen werden.
Die einzelnen Module beinhalten folgende Schwerpunkte:

Modul 1
Indikation für eine psychodynamische Psychotherapie
Die Eignung zur Behandlung im Erstinterview beinhaltet einerseits die Erhebung der objektiven Daten, die Untersuchung der  Beziehung zwischen BehandlerIn und PatientIn, unsere Gegenübertragung, als auch die  Diagnostik der Psychopathologie der PatientIn. Zusätzlich werden Indikationsbereiche aus psychoanalytischer Perspektive bzw.  die Grenzen der Behandelbarkeit als Unterscheidung von Behandlungswunsch (Leidensdruck) und Behandlungsfähigkeit  diskutiert.
Leitung: Dr. Wilhelm Burian

Modul 2
Das Setting in einer psychodynamischen Psychotherapie
Der Einfluss des Umgangs mit dem Setting auf den Supervisionsprozess ist ein zentrales Thema. Die Anwendung der psychoanalytischen Methode  spiegelt sich im Setting wieder. Das reziproke Verhältnis von Setting und Technik in allen Facetten wie Frequenz, Stundenabsagen, Urlaub, verschiedene Formen der Bezahlung, Therapie innerhalb einer Institution bzw. in der Privatpraxis soll beleuchtet werden.
Leitung: Dr.in Brigitte Grossmann-Garger

Modul 3
Übertragung und Gegenübertragung
„Die Bearbeitung des zunächst unbewussten Übertragungs-/Gegenübertragungs-geschehens und der vielfältigen Formen des Widerstands sowie die Handhabung einer technischen Neutralität des Analytikers im sinne des Nichtagierens der unbewussten Rollenerwartung sind die herausragenden Charakteristika sowohl der Standardanalyse als auch der psychoanalytisch orientierten Psychotherapie (Clarkin, Kernberg u.a. 2008).“
Anders als bei der Standardanalyse geht es in der psychoanalytisch orientierten  Psychotherapie vorwiegend um die Fokussierung auf aktuell wirksame intra/interpersonelle Konflikte und deren Symptombildung unter Beachtung von Übertragung, Gegenübertragung und Widerstand. Diese Unterschiede wirken sich auch auf die jeweiligen Supervisionen aus und sollen in diesem Modul reflektiert werden. Ein Schwerpunkt könnte die Frage bilden, wann in einer psychoanalytisch orientierten Psychotherapie erkennbare Anzeichen einer Übertragung zu deuten sind und wann nicht, bzw. wie dies den Supervidierten vermittelt werden kann, z.B. durch theoretische Information und Belehrung, Deutung der sich in der Interaktion manifestierenden Übertrags-/Gegenübertragungskonstellation, modellhaftes Verhalten der Supervisorin/des Supervisors und Bewusstmachung des Parallelprozesses.
Leitung: Dipl.Psych. Michael Diercks

Modul 4
Übertragung und Gegenübertragung
Das Erkennen und Aufzeigen von Prozessen wie projektive Identifizierung, Gegenübertragung und eventuelle Gegenübertragungs-Enactments unter Einbeziehung von  „Parallelprozessen“, die  in der Supervisionssituation auftreten, wird  in diesem Modul diskutiert. Darüberhinaus wird die „supervisorische Haltung“ des Supervisors unter dem Gesichtspunkt der psychoanalytisch orientierten Supervision thematisiert.
Leitung: Dr.in Elisabeth Skale

Modul 5
Interventionsoptionen, speziell Deutung
Dieses Modul beschäftigt sich mit der Deutung als zentraler Interventionsform, die vorlaufender Überlegungen im Rahmen von Übertragung und Gegenübertragung bedarf, um sie in adäquater  Art und Weise und  zum stimmigen Zeitpunkt formulieren zu können. Es werden die verschiedenen Arten von Deutungen und ihre Ziele besprochen sowie überlegt, wie die Therapeutin/der Therapeut die Deutung aufbaut, warum und wann sie gegeben wird und wie feststellbar wird, ob sie passend war.
Leitung: Dr.in Elfriede Fidal

Modul 6
Interventionsformen jenseits des Deutens
Im Setting der psychodynamischen Psychotherapien können stützende Interventionen u.U. angezeigt sein, ebenso wie Klärung und Konfrontation als Vorbereitung einer Deutung. Besonderes Augenmerk liegt dabei aber immer darauf, ein unreflektiertes Ausagieren der Gegenübertragung zu vermeiden.
Leitung: Dr.in Eva Ptak-Wiesauer

Modul 7
Der Einfluss externer Faktoren auf die Supervision
In diesem Modul  werden Problemstellungen angesprochen die dadurch entstehen, dass auf  Grund äußerer Bedingungen die Arbeit in einem klassischen Setting oder die Unabhängigkeit des therapeutischen Paares erschwert werden  oder nicht eingehalten werden können. Beispiele sind Supervisionen von Einzeltherapie in Institutionen, bei unregelmässiger Frequenz, bei Therapie mit starken Interventionen von außen oder therapeutischem Arbeiten in der Feldarbeit, Sozialarbeit oder Betreuung.  Wie kann in der Supervision eine psychoanalytische Haltung aufrechterhalten werden?
Dr. Walter Parth

Modul 8
Spezielle Themen und Evaluierung
Es wird dargestellt und diskutiert, wie bestimmte Parameter (z.B. Medikamente) in der Supervision auftauchen und wie Therapiekrisen supervidiert werden können. Es wird auch der Frage nachgegangen, welche Rolle der Behandlungsrahmen für die Bewältigung dieser Krisen spielt. Abschließend wird zusammenfassend überlegt, an Hand welcher Kriterien eine Supervision evaluiert werden kann, da auch dies manchmal zu den Aufgaben von SupervisorInnen gehört.
Dr. Fritz Lackinger

ReferentInnen

Bei jedem Modul sollen von 2 TeilnehmerInnen je ein Supervisonsprotokoll vorgestellt und besprochen werden, sodass jede TeilnehmerIn im Laufe der Fortbildung 2 Supervisionsfälle vorstellt.